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Schmerzempfinden ist sinnvoll

“Was weh tut sind Schmerzen”. Mit diesen und anderen witzigen Bonmots würzte der Seniorenberater des Landkreises, Lothar Blatt, seine sehr interessanten Ausführungen zum Thema “Schmerz lass nach” beim Seniorenforum im Pflaumheimer Ambrosiushaus. Lothar Blatt war schnell eingesprungen als der eigentliche Referent, ein Arzt und Schmerztherapeut aus Aschaffenburg, kurzfristig absagte. Den aus dem Bachgau versammelten Senioren würden mit dem Ersatzreferenten wirklich keine zweite Wahl präsentiert. Blatt verstand es, seinen Zuhörern die Zusammenhänge der Schmerzursachen mit den Reaktionen im Körper verständlich dazulegen. Das über den ganzen Körper verteilte Nervenkostüm sei es, die das Schmerzempfinden blitzschnell dem Gerhirn weitermelde, das ebenso rasch körperliche Reaktionen veranlasse. Ohne Schmerzempfinden wären Verletzungen nicht spürbar, was zu ungeheueren Schäden führen könnte. Man denke nur an Verbrennungen.

Der Referent verdeutlichte seine Ausführung mit Schaubildern auf der Leinwand. Er erklärte die Ursachen für das vielfache auftretende Sodbrennen und versuchte, seinen Zuhörern auch die ungleich schmerzlicheren Koliken plausibel zu machen. Schmerzen seien im Grunde unverzichtbare Reaktionen auf irgendwelche Beweise, auch die Tatsache, dass die Ehemänner es spürten, wenn sie von ihren Frauen unter dem Tisch ans Schienbein getreten bekommen, wenn sie in Gesellschaft von der Meinung der Gattin abweichen, so Blatt humorvoll. Nicht immer bestimme der Schmerz die Stelle des körperlichen Problems genau, weil Schmerzen auch ausstrahlen können. Deshalb sei die Schmerzdiagnostik auch eine sehr diffizile Angelegenheit.

Blatt informierte auch über die Hypochondrie, die von einer psychisch gestörten Einstellung zum eigenen Körper herrühre und auch über die wirkungslosen Placebos, mit manchmal dennoch großer Wirkung. Der Referent ermunterte die Senioren und Seniorinnen zur täglichen Bewegung, um den Körper zu fordern.

Nach der Kaffeepause komplettierte die Apothekerin Kristina Tauber von der Großostheimer Apotheke am Markt die Ausführungen Blatts und informierte über schmerzstillende Arzneimittel und deren Nebenwirkungen. Sie warnte, wie auch schon Lothar Blatt, vor Eigendiagnose oder gar Arzneimittelübernahme von angeblich gleich kranken Leidensgenossen. Der Grundsatz: “Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker”, müsse oberste Regel sein und bleiben.

Erschienen im Bachgau-Bote am 02.11.2006

 
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